Spiegelreflexkamera Tutorial für Einsteiger -
manueller Modus

Nachfolgend versuche ich, so einfach wie möglich, das Grundprinzip der Einstellungsmöglichkeiten im manuellen Modus zu erklären.
Wie Sie diese Einstellungen an Ihrem Kameramodell vornehmen, sollte im Handbuch Ihrer Kamera im Kapitel manueller Modus stehen.

Blendeneinstellung
Belichtungszeit
Endresultat Foto
ISO - Wert
Wechselobjektive
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Blendeneinstellung

Die Blendenöffnung bestimmt, wieviel Licht durch die Linse gelassen wird.
Sie wird als F Nummer angegeben und kann zu einen Tiefenunschärfe-Effekt führen.

Grosse Öffnung ⇒ tiefe F Nummer (f/2.8) ⇒ Vordergrund scharf, Hintergrund verschwommen.
Kleine Öffnung ⇒ hohe F Nummer (f/22) ⇒ Vordergrund und Hintergrund scharf.

Der Hintergrund ist unscharf
Der Hintergrund ist unscharf (f/2.8)
Der Hintergrund ist ebenfalls scharf
Der Hintergrund ist ebenfalls scharf (f/22)



Belichtungszeit

Durch das Erhöhen der Belichtungszeit werden sich bewegende Objekte mit einem Verwischungseffekt abgelichtet.
Ein gutes Beispiel ist ein Wasserfall. Bei einer kurzen Belichtungszeit von 1/640 Sek. wird jeder spritzende Tropfen erkennbar. Mit 1/3 Sek. wird der Wasserfluss geschmeidig verwischt und ein Tropfen wird zu einem Strich. Ein anderes Beispiel ist eine befahrene Strasse in der Nacht. Durch eine längere Belichtungszeit (Mehrere Sekunden) werden alle Scheinwerfer und Rücklichter der vorbeifahrenden Autos zu Lichtstrichen auf dem Bild.

Die Belichtungszeit wird in Sekunden oder Bruchteilen einer Sekunde angegeben. Wenn im Kameradisplay 1000 steht, heisst das 1/1000 (Ein Tausendstel einer Sekunde). 1'' steht für 1 Sekunde.

Aufnahmen mit längerer Belichtungszeit als 1/60 sollten immer mit einer ruhenden Kamera gemacht werden. Durch ein Stativ oder das Ablegen der Kamera werden die minimalen Verwacklungen der Hand verhindert, die sonst mitaufgenommen werden.

Längere Belichtungszeit 1/3 Sek.
Längere Belichtungszeit 1/3 Sek.
Kurze Belichtungszeit 1/640 Sek.
Kurze Belichtungszeit 1/640 Sek.



Endresultat Foto

Vom richtigen Zusammenspiel der beiden Werkzeuge (Blende / Belichtungszeit) ist es abhängig, ob man das gewünschte Bild erhält.

Bei einer grossen Blendenöffnung f/2.8 und einer langen Belichtungszeit 1/30 Sek. wird das Bild überbelichtet (Zu viel Licht gelangt durch die Linse -> Objekt wird zu hell).

Bei einer kleinen Blendenöffnung f/11 und einer kurzen Belichtungszeit 1/1000 Sek. wird das Bild unterbelichtet (Zu wenig Licht gelangt durch die Linse -> Objekt wird zu dunkel).

Das Bild wurde überbelichtet
Das Bild wurde überbelichtet
Das Bild wurde unterbelichtet
Das Bild wurde unterbelichtet


Es ist oft nicht ganz einfach um im manuellen Modus "M" eine korrekte Belichtung zu erhalten, da man meistens ja "schnell" ein Foto schiessen möchte.
Deshalb gibt es 2 Halbautomatische Modi welche einem das Fotografieren erheblich erleichtern.

Blendenautomatik

Mit der Blendenautomatik "AV" (A = Aperture (englisch für Blende)) kann man die gewünschte Blendenöffnung einstellen, die Kamera wird dann sofern möglich automatisch die erforderliche Belichtungszeit festlegen um das Foto korrekt zu belichten.

Belichtungsautomatik

Mit der Belichtungsautomatik "TV" (T = Time (englisch für Zeit)) funktioniert das genau gleich nur dass wir hier die Belichtungszeit fest vorgeben können und die Kamera dann eine passende Blendenöffnung wählt.

ISO - Wert / Lichtempfindlichkeit

Die dritte Einstellmöglichkeit zur Beeinflussung eines Fotos ist der ISO Wert. Der ISO Wert bezieht sich auf die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors. Der Wert ist abhängig von der Umgebungshelligkeit. Bei einem sonnigen Tag mit blauem Himmel ist der tiefste ISO Wert zu empfehlen: 100. Geht man an diesem Tag an einen schattigeren Ort, so sollte man den ISO Wert auf 200-300 erhöhen.

Bei Nachtaufnahmen mit einer kurzen Belichtungszeit wäre ein ISO Wert von ca. 800 angemessen.

Was bewirkt der ISO Wert genau?
Der ISO Wert stellt die Lichtempfindlichkeit des Sensors ein. Möchte man in einer dunklen Umgebung und mit kurzer Belichtungsdauer ein Bild machen, empfiehlt sich ein höherer ISO Wert ab 800. Je grösser der ISO Wert ist desto schlechter wird jedoch die Qualität des Bildes. Mit zunehmendem ISO Wert bekommt man zunehmend Bildrauschen, was sich in einer unscharfen Körnung zeigt, ähnlich wie Sandpapier. Als Alternative bietet es sich an, mit reduziertem ISO Wert aber längerer Belichtungszeit trotzdem genug Licht auf den Sensor zu bringen. Eine ruhende Kamera ist dafür notwendig (Stativ).

Zum Sammeln von Erfahrungen sollte man dies ausprobieren und den ISO Wert verstellen.
Empfehlenswert ist das Anfertigen einer Bilderreihe eines Motives mit gleicher Blende und Belichtungszeit, jedoch unterschiedlichen ISO Werten.

Bildrauschen erkennbar ISO 6400
Bildrauschen erkennbar ISO 6400
Viel bessere Qualität mit ISO 100
Viel bessere Qualität mit ISO 100



Wechselobjektive

Ohne ins Detail zu gehen, will ich Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Angaben geben, damit Sie sich leichter im Objektiv-Dschungel zurechtfinden können.

Bei jedem Objektiv werden zwei Werte angegeben, die Brennweite in Millimeter (mm) und der kleinste Blendenwert f/Zahl.

Es gibt Objektive mit fester Brennweite und solche mit verstellbarer Brennweite ("Zoomobjektive").

  • Ein Objektiv mit der Angabe 16 - 35 mm wird Weitwinkelobjektiv genannt, man erhält damit einen grossen Ausschnitt des Sichtfeldes auf dem Foto.

  • Ein Objektiv mit der Angabe 24 - 105 mm ist ein Allround - Objektiv. Damit gelingt ein grosser Bildausschnitt (24 mm) und man kann an ein Objekt heranzoomen (105 mm).

  • Ein Objektiv mit der Angabe 70 - 300 mm ist ein richtiges Teleobjektiv / Zoomobjektiv. Sein kleinster Bildausschnitt (70 mm) bringt nicht so viel Landschafts-"Breite" auf das Foto, wie dies mit den oberen beiden Objektiven möglich ist. Dafür kann man weit entfernte Objekte stark heranzoomen (300 mm).

  • Objektive mit fester Brennweite kann man dementsprechend nicht "zoomen", man spricht ihnen aber drei Vorteile zu:

    • Besseres Auflösungsvermögen / Abbildungsleistung
    • Eine höhere Lichtstärke (tiefere f/Zahl)
    • Guter Einsatz von Schärfe und Unschärfe möglich (Bokeh-Effekt)

  • Der zweite wichtige Wert ist der Blendenwert. Je tiefer die Zahl, umso mehr Licht kann die Kamera aufnehmen.
    Der Vorteil von einem tiefen Blendenwert ist:

  • Man kann auch bei dunkleren Lichtverhältnissen ohne Blitz gute Fotos machen
  • Die benötigte Belichtungszeit wird stark reduziert
  • Guter Einsatz von Schärfe und Unschärfe möglich (Bokeh-Effekt)
  • Der tiefste (mir bekannte) Blendenwert von Zoomobjektiven ist f/2.8. Tiefere Werte erreicht man nur mit Festbrennweite - Objektiven.
    Diese Lichtstarken - Objektive sind jedoch sehr teuer.


    Weiterführende empfehlenswerte Links:

    Wikipedia Thema Belichtung
    Canon Tutorial Blende (Englisch)
    Canon Tutorial Belichtungszeit (Englisch)
    Canon Tutorial ISO - Wert (Englisch)
    Wikipedia Thema Wechselobjektive
    Canon Tutorial Wechselobjektive (Englisch)

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